Rennstreckengeometrie auf der Landstraße

SSEMKV4

Probezeit bestanden...
Motorrad
Aprilia Tuono V4 1100 Factory
Modelljahr
2018
Servus,

fährt jemand die Rennstreckengeometrie mit einer 18er Tuono Factory auf der Landstraße? Was ändert sich vom Fahrverhalten? Hab bei meiner Tuono das Fahrwerk frisch revidiert hinten und vorne. Habe aber das Gefühl das sie recht hecklastig ist und sehr stabil. Hab dann überlegt das Federbein um 3mm länger zu machen und dann gesehen das bei der Rennstreckenabstimmung auch das Federbein länger gemacht wird und aber auch die Front ein bißchen angehoben. Vielleicht fährt einer diese Abstimmung und kann zum Fahrverhalten was sagen. Hätte gern mehr Agilität und wäre gern Vorderradorientierter.

Negativfederweg vorne mit Fahrer 38mm, hinten 30mm

Federbeinlänge 303mm, Gabel vier Ringe sichtbar 16mm Überstand.

Wäre jetzt auf Federbeinlänge 308mm und drei Ringe sichtbar 12mm Überstand gegangen.

MfG

Stefan
 
Ich fahre an der 17´er (ist ja gleich) vorne 3 Ringe.
Hinten 308mm Federbeinlänge. Die Tuono (und RSV4) profitieren von einem leicht erhöhten Heck.
Das mit den sichtbaren Gewindegängen hinten vergiss lieber gleich wieder, es hängt von der verbauten Federrate und deinem Gewicht ab. Miss den Negativfederweg F1, F2, F3 vorne wie hinten aus und stelle es entsprechend ein.
Anschließend kannst du mit der Dämpfung spielen (Fahrwerk möglichst warmgefahren).
Mehr Agilität geht nur mit niedrigerer Front und/oder erhöhtem Heck. Einen gewissen Einfluss hat auch noch die Position der Hinterachse und die verwendeten Reifen und deren Reifendruck.
Prinzipiell errechnet du damit eine ähnliche Geometrie, das Fahrzeug steht aber leicht höher und gewinnt dadurch etwas an Schräglagenfreiheit.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ok Danke würdest du sagen das die Tuono agiler wird als zur Seriengeometrie?
 
Wie schwer bist du denn? welche Federraten sind verbaut? Empfehlung Rennstrecke ist von seiten Aprilia

Motorrad Durchhang Aprilia Tuono V4 – Modell 2012 – 2018
Nur Maschine I Gabel I F1-F2 (siehe Galerie) I Empfohlen 28 I Bandbreite 25 bis 29 mm
Nur Maschine I Heck I R1-R2 (siehe Galerie) I Empfohlen 10 I Bandbreite 8 – 12 mm
Maschine + Fahrer I Gabel I F1-F3 I (siehe Galerie) I Empfohlen 35 I Bandbreite 33 bis 37 mm
Maschine + Fahrer I Heck I R1-R3 I (siehe Galerie) I Empfohlen 20 I Bandbreite 18 – 22 mm

die Praxis für die Landstrasse sagt vonre 38-40mm und am Heck rund 30-32mm. Das ändert aber nicht das Fahrverhalten, sondern nur den Bereich, bei der das Fahrwerk der unebenen Strasse folgen kann/soll.
Die Frage ist auch, wo das Motorrad "zu stabil" läuft. Kurveneingang, Scheitelpunkt, Kurvenausgang wenn Gas anliegt. Kurze Kurve, Serpentine, lange Kurve unter Volllast, Rollphase, usw.. Ansonsten, wie Zillo schon geschrieben hat.......
 
Meine Tuonp hat vier sichtbare Ringe vorne und leicht höheres Heck. Fährt sich aber nur gut, wenn die Negativfederwege vernünftig eingestellt sind. Ich selbst habe die Balance beim Trailbraking nie hinbekommen. Das hat dann ein Fahrwerkprofi für mich erledigt, sogar mit den originalen Federn für 95kg Fahrfertig.
Agiler ist sie so auf jeden Fall deutlich und mir taugt es sehr. Aber mein Einsatzgebiet sind ja auch Supermoto-Serpentinen. Für lange, schnelle Kurven ist das definitiv das falsche Setup.
 
Also dann würden meine Negativfederwege mit Fahrer vorne 38mm und 30mm passen für die Landstraße. Wenn die Rennstreckengeometrie auch auf der Landstraße funktioniert dann werde Ich das mal um schrauben.
 
Aber nochmal zum Verständnis wenn Ich das Federbein um 5mm länger mache und die Front um 4mm anhebe dann steht sie doch steiler da? Weil 5mm Federbein verlängern finde Ich schon wild und ist um einiges mehr als die Gabel um 4mm raus ziehen?
 
Wildes rumschrauben bringt nichts im günstigsten Fall, im Ungünstigen einfach nur Frust.
 
So einfach funktioniert das nicht. Einer der wichtigsten Punkte der ganzen Setup-Geschichte ist Feedback. Das ist leider völlig individuell.

Wenn die Mopete höher wird, wird nicht nur die Schräglagenfreiheit größer, sondern tendenziell lenkt das auch besser ein, weil du pauschal mit dem selben Gewicht einen größeren Hebel auf die ganze Konstruktion bringst. Nachteil: Wheelie/Stoppie-Neigung steigt, ist aber eher im sehr geringen Rahmen. Ich behaupte, das merken die Wenigsten.

Aber wieder zurück zum Feedback. Das wurde bei mir phänomenal, als ich härtere Federn reingestöpselt habe. Vorn wie hinten. Mein FW-Mensch, sagte dazu: Das Feedback ist die Vorspannung, die du nun nicht hast. Spricht viel besser an, weniger Druckstufe, damit weniger Dämpfung beim Einfedern ohne dass es schwammig wird oder die Kiste zu tief wegtaucht. Generell ist das Fahrverhalten nun sehr neutral, weder kipplig noch unagil. Einfach so, wie das für mich sein soll.

Was dann noch das Handling störte, war der Lenkungsdämpfer. Den hab ich noch zwei Clicks geöffnet. Seit dem fährt das Ding den Augen hinterher in jede Kurve und lässt sich beliebig von links nach rechts und umgekehrt umlegen.

Lange Rede, gar kein Sinn. Probier das doch einfach aus, mach dabei den Lenkungsdämpfer ganz auf und schließ ihn dann soweit, bis du dich wohl fühlst.

Wenn du 90kg oder mehr wiegst, würde ich den Federtausch empfehlen.
 
Wildes rumschrauben bringt nichts im günstigsten Fall, im Ungünstigen einfach nur Frust.
Das ist ja nicht wildes rumschrauben wenn ich die Rennstreckengeometrie einstelle und mir mehr Agilität und Vorderradorientierung erhoffe?
 
Das ist ja nicht wildes rumschrauben wenn ich die Rennstreckengeometrie einstelle und mir mehr Agilität und Vorderradorientierung erhoffe?
Also zumindest ich meine herauszulesen, dass du für dein Fahrwerk einfach nur die Werte aus dem Handbuch kopierst ohne wirklich zu verstehen, was du da tust.
 
Motoplex
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