DevOps - Als das erfunden wurde hieß es mal "You build it, you run it". Das waren noch Zeiten, da funktionierte der Scheiß.
Meine letzten beiden Arbeitstage und der Stand heute: Ich konfiguriere die Infrastruktur in einer obskuren deklarativen Sprache über die n+1 layer of indirection irgendwelches komisches Zeug macht, von dem ich gar nicht weiß ob es eine gute Idee ist. Selbstredend alles untestbar. Bevor ich rausfinden kann, was das Ergebnis dieser Eingeborenensprache ist, brauche ich 3 Freigaben und genauso viele Pipeline-Runs. Dann ist das Zeug endlich auf der unwichtigsten Umgebung. Die nennt sich Development Weil das alles so schmerzhaft und langsam ist, entwickelt da natürlich keiner.
Ich hab halt trotzdem damit angefangen, weil ich diesem Unsinn nicht weiter traue als ich ihn werfen kann. Das war eine gute Idee. Ich brauche ein paar richtig konfigurierte Komponenten. Ich hole mir die erste Freigabe, der Kram wird ausgerollt. Selbstredend geht nix. Beim Sogenannten DevOps-Team mal Hilfe gesucht. Der erste Ansprechpartner ist genauso weit wie ich und schmeißt die KI drauf. SRSLY? Wenn die eine Antwort gehabt hätte, hätte ich gar nicht gefragt.
Der zweite Ansprechpartner hat etwas mehr Ahnung: "Nein, du brauchst da noch 'ne Pipeline. Die ist da drüben. Soll ich da mal druff drüggn?"
Ok, einen Schritt weiter, aber so richtig funktioniert immer noch nichts. Wieder die KI drauf geschmissen "Nee, eigentlich alles schick. Ich hab hier nur ein paar Verzweiflungstaten, die ich eloquent präsentiere."
Wieder rumsuchen: Stellt sich raus, keiner weiß, was da passiert.
Nach einem weiteren Tag Rumdebuggen und Fragen wie "Warum existiert der Account nicht?" stellt sich raus: Natürlich heißt der Account nicht so, wie du glaubst dass er heißt, weil du das in die Eingeborenensprache übersetzt hast, das Ding heißt anders! Da muss noch ein Prefix und ein Suffix dran. Warum eigentlich?
Das ganze passiert gleich noch zwei weitere Male auf die Art. Die richtigen Namen muss man natürlich alle einzeln rausfinden, weil das Schmema zu dokumentieren ist ja aufwendig. Mein Tag wird zum Glück auch bezahlt.
Tja scheiße geht immer noch nicht. "Ey, ich will da drüben auf den S3 Bucket zugreifen. Hier die 10 Zeilen Code, mit denen ich das probiere. Warum krieg ich einen Timeout?" - Stille....
Also einen weiteren Tag rumdebuggt. Stellt sich raus, so einfach ist das gar nicht, auf S3 zuzugreifen, da braucht man noch ein paar andere Services für. Dafür muss man dann wieder in Eingeborenensprache Löcher in die Firewall quatschen.
Solche Arbeitsbremsen hießen früher schon IT-Betrieb. Das hat mit DevOps genau nichts zu tun. Das ist genauso kaputt wie Fullstack-Engineer, nur mit einer Steigerungsform namens DevSecOps. Die Idioten haben keine Ahnung was sie da tun, weil sie gar nicht wissen, was das Produkt ist.
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