nach meinen ersten Kilometern hier mein Eindruck der Tuono und der Vergleich zu meiner zx-6r:
Was mir sofort aufgefallen ist, ist wie unspektakulär einfach und handlich sie zu fahren ist. Ich habe so viel Vertrauen ins Fahrwerk und Gefühl für den Untergrund und spüre den Hinterreifen in den Asphalt beißen, wenn ich aus der Kurve rausbeschleunige. Meine 2004er zx-6r hat mir, im Vergleich, kaum Gefühl für den Untergrund vermittelt. Auf der Tuono fahren ich entspannter und trotzdem schneller durch die Kurve.
Die Leistungsentfaltung ist genau so einfach zu beherrschen. Keine aggressive oder unberrechenbar harte Gasannahme und kein unerwarteter Drehmoment-Kick in den Rücken, sondern eine glatte berrechenbare Leistungssteigerung, super einfach zu dosieren. Wenn ich es darauf anlege, katapultiert sie mich gnadelos nach vorn, mit steigendem Vorderrad. Daran muss ich mich, von der 600er kommend, erst noch gewöhnen.
Der Motor ist sehr lebendig und hat ein wahnsinniges bassiges, forderndes Grollen, das süchtig macht. Ich finde ihn auch nicht zu laut. Wenn mir die Leute mit der zx-6r gelegentlich schon mal platz gemacht haben, wenn ich mit höheren Drehzahlen aufgefahren bin, ist das mit der Tuono wesentlich häufiger der Fall oder sie fühlen sich provoziert und versuchen Gas zu geben. Auf der 600er konnte das schon mal nervig sein beim überholen, wenn ich nicht im richtigen Drehzahlbereich war aber mit der Tuono ist man einfach weg. Da verschwindet jede Dose einfach im Rückspiegel.
Die 30er Zone mag sie nicht. Verglichen mit einem Reihenvierer rüttelt und klappert sie bei 3000u. Der 1. Gang ist da Pflicht. Mit der Kawa konnte ich auch im 4. Gang duch die Stadt fahren. Außerdem scheint sie bei konstanter Gasstellung immer ein wenig Gas zu geben oder Gas weg zu nehmen. Nicht dramatisch aber schon deutlich wahrnehmbar und über das ganze Drehzahlband. Ist das typisch für den V4?
Ich hatte die Bremsen meiner zx-6r auf ein neueres Baujahr aufgerüstet und fand sie ok. Ich hatte ja keine Ahnung wie schlecht dosierbar sie sind und wie wenig Gefühl ich beim bremsen hatte. Die Brembos der Tuono lassen mich präzsie und spielend leicht in die Kruve rein bremsen. Es ist beeindruckend wie hart aber kontrolliert sie verzögern.
Bei meiner zx-6r hatte ich das Gefühl nur schwer dazu zu lernen. Ich wusste nicht wie anstrengend sie sich fährt. Bei der Tuono weiß ich, dass ich ganz am Anfang stehe, von sehr viel Potential, dass ich schrittweise entdecken kann, mit jedem km den ich fahre und das ohne große Anstrengung aber mit einer gesunden Portion Aufmerksamkeit. Oft ist es auch eine Herausforderung, den Gashahn nicht ständig aufzudrehen und es langsamer angehen zu lassen.
Generell ist die Tuono ein Traum-Motorrad und das Motorrad, das ich gesucht und gefunden habe.
Sie ist, was ich schon mit der zx-6r gesucht hatte. Ein Motorrad das mich berührt. Ich finde die 03/04 zx-6r einfach wunderschön und kann mich nie an ihr satt sehen.
Jetzt kommt bei der Tuono auch noch das spielerische Fahren und der Motor-Charakter dazu. Emotionen und Lebendigkeit pur. Es ist was für Harley-Fahrer die Harley ist. Mehr als nur motorradfahren sodern eher schon ein Lebensgefühl.
