Rennstreckentermine 2026

So, mein letzter Termin war am vergangenen Wochenende. Mal wieder 3 Tage Kohletagebau umgraben. Bilder erspar ich dem Putzschwaben.

Freitag: Klar, es hat geregnet. Das war eine Tip-Top-Sauerei aus Kohleschlamm. Hat aber Spaß gemacht, bis wir mit 3 Leuten meine Hildegard aus einem Schlammloch bergen mussten. Grundsätzlich bin ich aber mit dem Tag sehr zufrieden gewesen, weil ich trotz schwieriger Verhältnisse durchgekommen bin. Bestimmte Sachen wie die Sandhänge sind im Nassen einfacher, andere Sachen dafür umso schwieriger. Auf festen Hängen sucht man dann plötlzich mehr nach Traktion, in Pfützen bringen einen plötzlich Spurrillen aus dem Konzept. Hier und da wird es plötzlich rutschig, während es anderswo Grip ohne Ende gibt.
Nunja, am Ende des Tages sahen Hildegard, der Transporter und ich aus wie Sau. Wie sich das halt gehört, beim Spielen im Dreck.

Samstag: Fahrerbesprechung und nach kurzer Rücksprache mit Gunnar für den Nachmittag noch das Fortgeschrittenentraining gebucht.
Einführungsrunde: Die Streckenführung wurde etwas geändert, weil manche Sachen durch den Regen unfahrbar geworden sind oder einige Stellen neue Umfahrungen brauchten. Die Gruppe startete mit ca. 15 Leuten. Nach ca. der Hälfte der Runde waren wir nur noch 4. Überraschenderweise zählte ich nicht zu den anderen 11. Vor zwei Jahren wäre das mit Sicherheit noch anders gewesen. Aber natürlich alles kacke, 100m vor der Einfahrt ins Fahrerlager geht mir die hintere Bremse fest. WTF? Dieses obskure Phänomen finde ich heute noch spannend. Wer sich erinnert, ich postete von einer Tausch des hinteren Bremssattels. Der verlief auch einwandfrei, den Rest habe ich gelassen wie er war. Laut Handbuch Bremshebel 1cm über Fußraste eingestellt und 3mm Bremshebelspiel.
Die Bremse ist nicht festgegangen, weil der neue Sattel scheiße ist. Die Bremse ist festgegangen, weil die Bremspumpe nicht aufgemacht hat und das wirklich von jetzt auf gleich. Die lief vorher ca. 50 Betriebsstunden auf genau dieser Einstellung. Nunja, schnell gemerkt, nix erzwungen, erstmal die heiße Bremse abkühlen lassen. Kollege holt Werkzeug. 10er Schlüssel, Bremshebelanschlag aufgemacht und Problem für die letzten 100m gelöst.
Dann erstmal Analyse. Theorie ist und bleibt, das die Bremspumpe die Rücklaufbohrung nicht aufgemacht hat, Ursache war aber nicht findbar. Also erstmal mehr Bremshebelspiel eingestellt und einen 10er Schlüssel in den Trinkrucksack geworfen. Den hab ich allerdings nicht mehr gebraucht.
Nachteil an der Nummer, die Bremse ist unergonomisch. Durch den deutlich längeren Hebelweg nun muss ich mit dem Knie nach vorne und kann nicht mehr rein aus dem Fußgelenk die Bremse bedienen. Das ist kacke, gerade bergab. Mal sehen, was ich da mache. Schön, eine Zeit wieder am Schraubenschlüssel verloren.
Fortgeschrittenentraining: Stellt sich raus, die Schrauberpause war vielleicht auch richtiger. Wir erinnern uns: 2024 hab ich noch unter den Anforderungen des Anfängertrainings geächzt. Nach etwas warmfahren stellt sich schonmal raus, dass ich in flüssigen Abschnitten auch schnell kann, nicht wettbewerbsschnell aber schneller als der Durchschnitt.Leider passiert immer wieder das selbe: Ich bin eine Konditionslusche und wenn die Kondition sich dem Ende neigt, fang ich an scheiße zu fahren. Um mit den Kräften zu Haushalten, hab ich ein paar Übungen dann auch auslassen müssen. Dafür gab es andere Erkenntnisse. Gunnar als Instruktor ist super. Der sagt dir halt zielgerichtet, was du anders machen musst. Kaum kriegst du das umgesetzt, fährst du plötzlich auch die schwierigeren rot ausgeschilderten Routen. Leider musste ich aber trotzdem ein paar mal die Karre an ungünstiger Stelle aufheben und da ist einmal aufheben ungefähr so anstrengend 1h Stunde fahren. An ein paar Sachen bin ich gescheitert. Weiß aber zumindest woran ich arbeiten muss, da hab ich es halt nicht umgesetzt gekriegt.

Sonntag: Ja nee klar, erstmal Funktionsunterwäsche in der Ferienwohnung vergessen. Meine sonderliche Mitbewohnerin hat sich zum Glück erbarmt und mir die noch rechtzeitig vorbeigebracht. Währenddessen entwickeln sich so komische Nebengespräche mit komischen Leuten und schwupps fahren wir und die komischen Leute gemeinsam in die Runde. Alles ulta-entspannt, aber die komischen Leute fahren rote Routen standardmäßig-. Naja, was soll's Probieren und scheitern. Mein über die Nacht ausgedachter Trainingsplan verpufft an noch viel schwierigeren Stellen. Ein paar von denen krieg ich hin, andere ums Verrecken nicht. Wir heben jedenfalls wieder ganz oft die Karre auf. Macht aber nix, die komischen Leute, sind hilfreich geduldig und fahren weiter mit uns oder sagen einfach an, wo wir uns in 5min wieder treffen. Gunnars Training zeigt Wirkung, ich habe offentlich Sand nochmal neu verstanden. Statt 3. Welle Vollgas sind wir inzwischen bei 4. Welle Vollgas, kriegen auch das Anfahren immer passabler hin und fahren die in einem früheren Post erwähnte Arschlochsenke als wäre sie eine asphaltierte Autobahn. Stellt sich raus, das ist schnell, einfach und kraftsparend. Generell bin ich in flüssigen Sektionen keine totale Bremse mehr. Find ich gut. Konditionslusche bin ich aber trotzdem. Weil alle Spaß hatten, fand sich die selbe Gruppe dann nochmal zu einer zweiten Runde. Hier war ich leider durch. Ich hab mich an trivialen Stellen mit Fahrfehlern langgemacht, wo ich gar nicht weiß, wie das passieren konnte. Ich war offensichtlich auch im Kopf erschöpft. Ich hab angefangen in Spurrillen zu schauen und Steine anzugucken und wir wissen alle, was das heißt. Und so lag ich halt wieder. Hat dann leider keinen Sinn mehr gemacht und ich beschloss zu packen.

Mein Fazit ist aber trotzdem uneingeschränkt positiv: Es liegt ja weder an der Veranstaltung, noch an den Mitfahrern noch an der Strecke, dass ich an Tag 2 schon haushalten muss. Ich habe wieder Hausaufgaben mitgenommen, ich habe viel Neues gelernt und ich hatte viel Spaß. Ich kann echt nur jedem empfehlen, mal so 'ne Offroadveranstaltung mitzumachen, macht leider auch süchtig und ist bedeutend kostengünstiger als Rundstrecke und viel anstrengender aber verzeiht auch viel mehr Fehler.

Leider alles ohne Bilder, ist unerwünscht vom Betreiber des Geländes.
 
Motoplex
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